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Erzähltheorie & Erzählung

Erzähltempo (Pacing)

Die Steuerung der erzählten Geschwindigkeit: Wechsel von Szene und Zusammenfassung, Beschleunigung, Verlangsamung, Atempausen.

Das Erzähltempo ist die wahrgenommene Geschwindigkeit der Erzählung und die Kunst, sie zu variieren. Seine Grundmechanik stellt Szene (Erzählzeit deckt sich mit Erzählter Zeit: Dialoge, Echtzeithandlung) und Zusammenfassung (die Erzählung verdichtet: „der Winter verging“) gegenüber. Lokaler gesehen bestimmen Satz- und Absatzlänge das Tempo — kurze Sätze für Dringlichkeit, weite Perioden für Kontemplation.

Der klassische Fehler ist nicht Langsamkeit, sondern Einförmigkeit: eine reine Actionerzählung erschöpft ebenso wie eine reine Kontemplation, denn ohne Variation gibt es weder Relief noch Erwartung. Tempo lässt sich von innen schwer diagnostizieren — lautes Lesen und Testleser zeigen es am zuverlässigsten.

Beispiel

Drei Seiten für ein einminütiges Duell; ein Satz für die zehn Jahre danach.

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