Excipit (Schlusszeilen)
Die letzten Zeilen einer Erzählung — die Schlussnote, die entscheidet, welche Erinnerung der Leser mitnimmt.
Der Excipit ist das Spiegelbild des Incipit: die letzten Zeilen der Erzählung. Es ist die Note, auf der das Buch schließt — und wie in der Musik färbt die letzte Note rückwirkend alles Vorherige. Derselbe Roman endet anders, je nachdem, ob er mit einer sich öffnenden Tür oder einem erlöschenden Licht schließt.
Schlusszeilen arbeiten oft im Echo zur Eröffnung: die Wiederaufnahme eines Motivs, eines Ortes, eines Satzes, der durch alles Geschehene verwandelt wurde. Diese Kreisform gibt dem Leser das körperliche Gefühl, das Buch sei *fertig* — nicht bloß abgebrochen.
Beispiel
Ein Roman, der auf einem Bahnhof beginnt und auf demselben Bahnhof endet, gesehen von einer verwandelten Figur.
Verwandte Begriffe
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