Erzählschema (Fünf-Phasen-Modell)
Das schulische Modell der fünf Erzählphasen: Ausgangssituation, auslösendes Ereignis, Verwicklungen, Auflösung, Schlusssituation.
Das Erzählschema zerlegt die Handlung in fünf Phasen: Ausgangssituation (das Gleichgewicht), auslösendes Ereignis (der Bruch), Verwicklungen (die Prüfungen), Auflösung (die Lösung), Schlusssituation (das neue Gleichgewicht). Aus der strukturalistischen Forschung übernommen, ist es zum schulischen Standardwerkzeug für die Analyse von Märchen und Kurzerzählungen geworden.
Für den Autor liegt sein Wert eher in der Diagnose als in der Erzeugung: Es prüft, ob eine Geschichte *trägt* (gibt es einen echten Bruch? ein echtes, vom ersten verschiedenes neues Gleichgewicht?), sagt aber nichts über Tempo, Szenen oder Stimme. Professionelle Schreibstrukturen — drei Akte, Heldenreise, Save the Cat — sind ihre praktischen Verfeinerungen.
Beispiel
Rotkäppchen: Gleichgewicht, Aufbruch, Begegnung mit dem Wolf, Verschlingen/Rettung, Lehre.
Verwandte Begriffe
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