Figurenbogen
Die Verwandlungsbahn einer Figur zwischen Anfang und Ende der Erzählung — was sie glaubt, wird oder zu werden sich weigert.
Der Figurenbogen beschreibt die Verwandlung einer Figur im Verlauf der Erzählung: der Feigling, der Mut findet, der Idealist, der korrumpiert wird, der Zyniker, der wieder glauben lernt. Man unterscheidet klassisch den positiven Bogen (Wachstum), den negativen Bogen (Fall) und den flachen Bogen — die Figur ändert sich nicht, verändert aber die Welt um sie herum (wiederkehrende Ermittler, moralische Leitfiguren).
Der tiefe Mechanismus beruht auf einer Ausgangslüge: Die Figur glaubt etwas Falsches über sich oder die Welt, und die Erzählung ist die Maschine, die sie zwingt, sich dem zu stellen. Handlungen, die „im Leerlauf drehen“, leiden fast immer an einem fehlenden Bogen: Ereignisse geschehen, niemand wird dadurch verändert.
Beispiel
Ebenezer Scrooge: von Geiz zu Großzügigkeit in einer Nacht — der archetypische positive Bogen.
Verwandte Begriffe
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