Freies Schreiben (Freewriting)
Ununterbrochen für eine festgelegte Zeit schreiben, ohne Korrektur oder Zensur — um den inneren Kritiker zu umgehen.
Freies Schreiben bedeutet, für eine festgelegte Dauer (zehn, fünfzehn, zwanzig Minuten) ununterbrochen zu schreiben, ohne zurückzulesen, zu korrigieren, zu urteilen — versiegt der Fluss, schreibt man, dass er versiegt, und die Hand schreibt weiter. Die von Peter Elbow in Writing Without Teachers (1973) theoretisierte Technik will Produktion von Bewertung entkoppeln: Der innere Kritiker kann nicht zensieren, was schneller läuft als er.
Ihre Einsatzgebiete: eine nicht anspringende Sitzung entriegeln, eine Figur oder Szene risikofrei erkunden, eine spontane Stimme wiederfinden, die ständiges Zurücklesen erstickt. Das erzeugte Material ist roh und größtenteils wegwerfbar — das ist seine Definition, nicht sein Scheitern: Freies Schreiben ist Aufwärmen, kein Entwurf.
Beispiel
Timer auf 15 Minuten, Vorgabe: „das erste Mal, dass meine Figur gelogen hat“ — und die Hand hört nicht mehr auf.
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