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Poesie & Metrik

Haiku

Eine kurze Gedichtform japanischen Ursprungs (traditionell 5-7-5), die einen konkreten Augenblick einfängt, oft an eine Jahreszeit gebunden.

Das Haiku ist eine kurze japanische Form, von Bashō im 17. Jahrhundert zur Vollendung gebracht: traditionell siebzehn Moren im Muster 5-7-5, ein Jahreszeitenwort (kigo), das den Augenblick im Jahreslauf verankert, und ein innerer Schnitt (kireji), der zwei Bilder aufeinanderprallen lässt. Das Gedicht kommentiert nicht: Es zeigt einen konkreten Moment, und der Sinn springt aus der Nebeneinanderstellung hervor.

Die deutsche Übernahme machte aus dem silbischen 5-7-5 eine praktische, aber umstrittene Schulkonvention — japanische Moren sind keine deutschen Silben, und viele zeitgenössische Autoren bevorzugen eine dem Geist treue freie Kürze: Prägnanz, Konkretheit, Gegenwart, Abwesenheit eines kommentierenden Ichs. Eine königliche Übung für jeden Schreibenden, auch ohne Dichter zu sein: Das Haiku lehrt, alles Erklärende zu streichen.

Beispiel

Der alte Weiher — / ein Frosch springt hinein: / der Klang des Wassers.

Bashō (gängige Übersetzung)
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