Wie viele Seiten sind 1.000 Wörter?
1.000 Wörter ergeben 1,5 A4-Seiten mit einfachem Zeilenabstand, 3 mit doppeltem, 3,4 Normseiten und 3,8 Seiten eines Romans im A5-Format. Man liest sie in 4 Min.. So sehen sie in einem echten Roman aus.
Auszug aus
Genau 976 Wörter, am Satzende geschnitten
Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. Er lag auf seinem panzerartig harten Rücken und sah, wenn er den Kopf ein wenig hob, seinen gewölbten, braunen, von bogenförmigen Versteifungen geteilten Bauch, auf dessen Höhe sich die Bettdecke, zum gänzlichen Niedergleiten bereit, kaum noch erhalten konnte. Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang kläglich dünnen Beine flimmerten ihm hilflos vor den Augen.
»Was ist mit mir geschehen?« dachte er. Es war kein Traum. Sein Zimmer, ein richtiges, nur etwas zu kleines Menschenzimmer, lag ruhig zwischen den vier wohlbekannten Wänden. Über dem Tisch, auf dem eine auseinandergepackte Musterkollektion von Tuchwaren ausgebreitet war — Samsa war Reisender —, hing das Bild, das er vor kurzem aus einer illustrierten Zeitschrift ausgeschnitten und in einem hübschen, vergoldeten Rahmen untergebracht hatte. Es stellte eine Dame dar, die, mit einem Pelzhut und einer Pelzboa versehen, aufrecht dasaß und einen schweren Pelzmuff, in dem ihr ganzer Unterarm verschwunden war, dem Beschauer entgegenhob.
Gregors Blick richtete sich dann zum Fenster, und das trübe Wetter — man hörte Regentropfen auf das Fensterblech aufschlagen — machte ihn ganz melancholisch. »Wie wäre es, wenn ich noch ein wenig weiterschliefe und alle Narrheiten vergäße,« dachte er, aber das war gänzlich undurchführbar, denn er war gewöhnt, auf der rechten Seite zu schlafen, konnte sich aber in seinem gegenwärtigen Zustand nicht in diese Lage bringen. Mit welcher Kraft er sich auch auf die rechte Seite warf, immer wieder schaukelte er in die Rückenlage zurück. Er versuchte es wohl hundertmal, schloß die Augen, um die zappelnden Beine nicht sehen zu müssen, und ließ erst ab, als er in der Seite einen noch nie gefühlten, leichten, dumpfen Schmerz zu fühlen begann.
»Ach Gott,« dachte er, »was für einen anstrengenden Beruf habe ich gewählt! Tag aus, Tag ein auf der Reise. Die geschäftlichen Aufregungen sind viel größer, als im eigentlichen Geschäft zu Hause, und außerdem ist mir noch diese Plage des Reisens auferlegt, die Sorgen um die Zuganschlüsse, das unregelmäßige, schlechte Essen, ein immer wechselnder, nie andauernder, nie herzlich werdender menschlicher Verkehr. Der Teufel soll das alles holen!« Er fühlte ein leichtes Jucken oben auf dem Bauch; schob sich auf dem Rücken langsam näher zum Bettpfosten, um den Kopf besser heben zu können; fand die juckende Stelle, die mit lauter kleinen weißen Pünktchen besetzt war, die er nicht zu beurteilen verstand; und wollte mit einem Bein die Stelle betasten, zog es aber gleich zurück, denn bei der Berührung umwehten ihn Kälteschauer.
Er glitt wieder in seine frühere Lage zurück. »Dies frühzeitige Aufstehen«, dachte er, »macht einen ganz blödsinnig. Der Mensch muß seinen Schlaf haben. Andere Reisende leben wie Haremsfrauen. Wenn ich zum Beispiel im Laufe des Vormittags ins Gasthaus zurückgehe, um die erlangten Aufträge zu überschreiben, sitzen diese Herren erst beim Frühstück. Das sollte ich bei meinem Chef versuchen; ich würde auf der Stelle hinausfliegen. Wer weiß übrigens, ob das nicht sehr gut für mich wäre. Wenn ich mich nicht wegen meiner Eltern zurückhielte, ich hätte längst gekündigt, ich wäre vor den Chef hingetreten und hätte ihm meine Meinung von Grund des Herzens aus gesagt. Vom Pult hätte er fallen müssen! Es ist auch eine sonderbare Art, sich auf das Pult zu setzen und von der Höhe herab mit dem Angestellten zu reden, der überdies wegen der Schwerhörigkeit des Chefs ganz nahe herantreten muß. Nun, die Hoffnung ist noch nicht gänzlich aufgegeben, habe ich einmal das Geld beisammen, um die Schuld der Eltern an ihn abzuzahlen — es dürfte noch fünf bis sechs Jahre dauern —, mache ich die Sache unbedingt. Dann wird der große Schnitt gemacht. Vorläufig allerdings muß ich aufstehen, denn mein Zug fährt um fünf.«
Und er sah zur Weckuhr hinüber, die auf dem Kasten tickte. »Himmlischer Vater!« dachte er, Es war halb sieben Uhr, und die Zeiger gingen ruhig vorwärts, es war sogar halb vorüber, es näherte sich schon dreiviertel. Sollte der Wecker nicht geläutet haben? Man sah vom Bett aus, daß er auf vier Uhr richtig eingestellt war; gewiß hatte er auch geläutet. Ja, aber war es möglich, dieses möbelerschütternde Läuten ruhig zu verschlafen? Nun, ruhig hatte er ja nicht geschlafen, aber wahrscheinlich desto fester. Was aber sollte er jetzt tun? Der nächste Zug ging um sieben Uhr; um den einzuholen, hätte er sich unsinnig beeilen müssen, und die Kollektion war noch nicht eingepackt, und er selbst fühlte sich durchaus nicht besonders frisch und beweglich. Und selbst wenn er den Zug einholte, ein Donnerwetter des Chefs war nicht zu vermeiden, denn der Geschäftsdiener hatte beim Fünfuhrzug gewartet und die Meldung von seiner Versäumnis längst erstattet. Es war eine Kreatur des Chefs, ohne Rückgrat und Verstand. Wie nun, wenn er sich krank meldete? Das wäre aber äußerst peinlich und verdächtig, denn Gregor war während seines fünfjährigen Dienstes noch nicht einmal krank gewesen. Gewiß würde der Chef mit dem Krankenkassenarzt kommen, würde den Eltern wegen des faulen Sohnes Vorwürfe machen und alle Einwände durch den Hinweis auf den Krankenkassenarzt abschneiden, für den es ja überhaupt nur ganz gesunde, aber arbeitsscheue Menschen gibt. Und hätte er übrigens in diesem Falle so ganz unrecht? Gregor fühlte sich tatsächlich, abgesehen von einer nach dem langen Schlaf wirklich überflüssigen Schläfrigkeit, ganz wohl und hatte sogar einen besonders kräftigen Hunger.
Als er dies alles in größter Eile überlegte, ohne sich entschließen zu können, das Bett zu verlassen — gerade schlug der Wecker dreiviertel sieben — klopfte es vorsichtig an die Tür am Kopfende seines Bettes. »Gregor,« rief es — es war die Mutter —, »es ist dreiviertel sieben. Wolltest du nicht wegfahren?« Die sanfte Stimme! Gregor erschrak, als er seine antwortende Stimme hörte, die wohl unverkennbar seine frühere war, in die sich aber, wie von unten her, ein nicht zu unterdrückendes, schmerzliches Piepsen mischte, das die Worte förmlich nur im ersten Augenblick in ihrer Deutlichkeit beließ, um sie im Nachklang derart zu zerstören, daß man nicht wußte, ob man recht gehört hatte.
Franz Kafka, 1915. Ab Kapitel I. Der Autor starb 1924: Das Werk ist gemeinfrei. Quelle: Project Gutenberg Nr. 22367. Gezählt wird wie im Editor von Extypis: Ein Wort ist eine Zeichenfolge mit mindestens einem Buchstaben oder einer Ziffer.
Was 1.000 Wörter ergeben
In Seiten
- Romanseiten
- 3,8
- A5, das Format des Buchmodus von Extypis
- A4-Seiten, einzeilig
- 1,5
- Times New Roman 12, 2,5 cm Rand, an diesen Auszügen gemessen
- A4-Seiten, zweizeilig
- 3
- Times New Roman 12, 2,5 cm Rand, an diesen Auszügen gemessen
- Normseiten
- 3,4
- 1.800 Zeichen mit Leerzeichen, das Maß der Verlage
In Zeit
- Stilles Lesen
- 4 Min.
- 260 Wörter pro Minute (Brysbaert, 2019)
- Lautes Lesen
- 6 Min.
- 169 Wörter pro Minute (Brysbaert, 2019)
Beim Schreiben
- Abtippen
- 19 Min.
- 52 Wörter pro Minute im Schnitt
- Im NaNoWriMo-Tempo
- 0,6 Tage
- 1.667 Wörter am Tag, einen Monat lang
- Anteil an einem Roman
- 1,3 %
- Von 80.000 Wörtern
Häufige Fragen
Wie viele Seiten sind 1.000 Wörter?
1,5 A4-Seiten mit einfachem und 3 mit doppeltem Zeilenabstand, in Times New Roman 12 mit 2,5 cm Rand. In einem gedruckten Roman im A5-Format füllen 1.000 Wörter 3,8 Seiten.
Wie viele Normseiten sind 1.000 Wörter?
Etwa 3,4 Normseiten zu 1.800 Zeichen (30 Zeilen zu 60 Anschlägen, Leerzeichen mitgezählt). Gerechnet mit der Wortlänge, die wir an den vier Romanen dieser Seite gemessen haben: 6,16 Zeichen pro Wort samt Leerzeichen.
Wie lange liest man 1.000 Wörter?
4 Min. still gelesen, bei 260 Wörtern pro Minute, dem für deutschsprachige Erwachsene gemessenen Mittel (Brysbaert, 2019). Laut gelesen, bei 169 Wörtern pro Minute, 6 Min..
Wie lange braucht man, um 1.000 Wörter zu schreiben?
Sie abzutippen dauert 19 Min., bei 52 Wörtern pro Minute, dem Durchschnitt von 168.000 im Jahr 2018 getesteten Personen. Sie zu erfinden dauert länger: 1.000 Wörter sind 60 % eines NaNoWriMo-Tages mit 1.667 Wörtern.
Welcher Teil eines Romans sind 1.000 Wörter?
1,3 % eines Romans mit 80.000 Wörtern, der Mitte der üblichen Spanne eines Romans für Erwachsene (70.000 bis 100.000 Wörter).
Wie diese Zahlen entstehen
Die Seiten wurden gemessen, nicht geschätzt. Wir haben die vier Auszüge in Times New Roman 12 mit 2,5 cm Rand und ohne Absatzabstand gesetzt und die Zeilen gezählt: 667 Wörter pro Seite einzeilig, 333 zweizeilig.
Die Romanseite ist die A5-Seite des Buchmodus von Extypis, 265 Wörter, dieselbe Dichte, mit der der Editor die Seitenzahl Ihres Manuskripts angibt.
Die Lesezeit stammt aus der Metaanalyse von Marc Brysbaert (2019, 190 Studien): 260 Wörter pro Minute still gelesen auf Deutsch, 169 laut.
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