Ihr Roman ist fertig. 80.000 Wörter, 32 Kapitel, sechs Monate Arbeit. Jetzt müssen Sie ihn aus Ihrer Schreibsoftware herausholen und in etwas Lesbares verwandeln — ein PDF, das Sie an einen Verlag schicken, für Ihre Testleser ausdrucken oder bei einem Wettbewerb einreichen können.
Und genau hier beginnen die Probleme.
Das Problem des Exports
Die meisten Autorinnen und Autoren tippen in Word oder Google Docs und klicken dann auf „Speichern unter > PDF“. Das Ergebnis ist technisch gesehen ein PDF, aber kein Dokument in redaktioneller Qualität. Fußnoten laufen über den Rand, die Nummerierung stimmt nicht, die Typografie ist ungenau, und das Inhaltsverzeichnis funktioniert nur, wenn Sie daran gedacht haben, Überschriftenformate zu verwenden.
Das ist, als würde man ein Foto mit dem Handy machen und es an eine Druckerei schicken: Es funktioniert, aber das Ergebnis sieht nicht wie ein Buch aus.
Die zwei Welten des PDF-Exports
Es gibt zwei grundlegend verschiedene Ansätze, ein PDF zu erzeugen:
Der direkte Druck (Word, Google Docs, WriteControl)
Die Anwendung erzeugt ein PDF, indem sie das Dokument so „druckt“, wie es auf dem Bildschirm erscheint. Das ist schnell und einfach, aber das Ergebnis erbt sämtliche Grenzen der Rendering-Engine:
- Die Silbentrennung ist ungenau (Wörter werden an der falschen Stelle getrennt)
- Fußnoten können ohne erkennbare Logik auf die nächste Seite überlaufen
- Der Blocksatz erzeugt weiße „Flüsse“ im Text
- Hurenkinder und Schusterjungen (isolierte Zeilen am Anfang oder Ende einer Seite) werden nicht behandelt
Die LaTeX-Kompilierung (Extypis, teilweise Scrivener)
LaTeX ist ein 1978 von Donald Knuth entwickeltes Textsatzsystem — ein Mathematiker, der die Typografie wissenschaftlicher Artikel so hässlich fand, dass er beschloss, seine eigene Software zu schreiben. Fünfundvierzig Jahre später bleibt LaTeX der Standard für hochwertigen Textsatz.
Das Prinzip: Ihr Text wird in LaTeX-Code umgewandelt und dann von einer Engine (pdflatex, xelatex oder lualatex) kompiliert, die ein pixelgenaues PDF erzeugt. Die Engine übernimmt:
- Die Silbentrennung nach den sprachlichen Regeln jeder Sprache
- Hurenkinder und Schusterjungen (nie eine isolierte Zeile)
- Fußnoten mit korrekter Paginierung, auch über mehrere Seiten hinweg
- Den Blocksatz mit einem optimalen Zeilenumbruch-Algorithmus (Knuth-Plass)
- Ligaturen (fi, fl, ff) und professionelle Unterschneidung (Kerning)
- Das Literaturverzeichnis, formatiert nach dem gewählten Stil (APA, MLA, Chicago usw.)
Der Unterschied ist mit bloßem Auge sichtbar. Ein LaTeX-PDF sieht aus wie ein gedrucktes Buch. Ein Word-PDF sieht aus wie ein Büro-Dokument.
Was Ihr PDF enthalten sollte
Ob Sie an einen Verlag, eine Literaturagentur schicken oder eine Selbstveröffentlichung vorbereiten — Ihr PDF sollte Folgendes enthalten:
Vorspann
- Titelseite: Titel, Autor, gegebenenfalls Verlag und ISBN
- Widmung (optional)
- Epigraph (optional): ein einleitendes Zitat
- Inhaltsverzeichnis: automatisch erzeugt, mit anklickbaren Links
Haupttext
- Nummerierte Kapitel mit Titeln
- Kopfzeilen (Name der Autorin links, Kapiteltitel rechts — oder umgekehrt)
- Seitennummerierung
- Korrekt paginierte Fußnoten
Nachspann
- Literaturverzeichnis (falls zutreffend): formatiert nach dem gewählten Stil
- Danksagungen (optional)
- Autorenbiografie (optional)
Das Standardformat für Einreichungen
Wenn Sie bei einem Verlag oder einer Literaturagentur einreichen, gibt es ein nahezu universelles Standardformat:
- Schriftart: Times New Roman 12pt (oder Courier New 12pt)
- Zeilenabstand: doppelt
- Ränder: 2,5 cm (1 Zoll) auf allen vier Seiten
- Einzug: 1,25 cm (0,5 Zoll) am Absatzanfang
- Kopfzeile: Name der Autorin + Seitenzahl
- Seitenformat: A4 (Europa) oder Letter (Nordamerika)
Prüfen Sie immer die spezifischen Richtlinien des jeweiligen Verlags oder der Agentur — manche haben eigene Anforderungen. Aber dieses Standardformat wird überall akzeptiert.
Formate jenseits von PDF
PDF ist nicht das einzige Ausgabeformat. Je nach Ziel:
DOCX (Word): das von Verlagen am häufigsten verlangte Einreichungsformat. Sie wollen direkt im Dokument annotieren und kommentieren können. Schicken Sie das PDF zusätzlich, nicht stattdessen.
EPUB: das Standardformat für E-Books. Wenn Sie über Amazon KDP, Kobo oder Apple Books selbst veröffentlichen, brauchen Sie ein EPUB. Es ist ein fließendes Format (der Text passt sich der Bildschirmgröße an), daher unterscheidet sich das Layout stark vom PDF.
HTML: nützlich, wenn Sie online veröffentlichen (Blog, Wattpad, Schreibplattform). HTML bewahrt die semantische Struktur (Überschriften, Absätze, Links), ohne ein festes Layout vorzugeben.
Markdown: das portabelste Format. Klartext mit leichter Auszeichnung. Ideal zur Archivierung oder für den Import in ein anderes Werkzeug.
Wie Extypis den Export handhabt
Der Export-Assistent von Extypis funktioniert in drei Schritten:
Schritt 1 — Informationen: Titel, Autor, Verlag, ISBN, Copyright, Zitierstil. Alles, was auf der Titelseite und in den Metadaten des Dokuments erscheint.
Schritt 2 — Inhalt und Layout: Wählen Sie, welche Abschnitte enthalten sein sollen (Widmung, Epigraph, Vorwort, Anhänge, Literaturverzeichnis). Filtern Sie nach Seitenstatus (nur fertige Szenen exportieren). Wählen Sie die Schriftart des Dokuments. Ordnen Sie Abschnitte per Drag & Drop neu an.
Schritt 3 — Herunterladen: Klicken Sie auf das gewünschte Format. Das PDF wird serverseitig durch LaTeX-Kompilierung erzeugt — Sie erhalten in Sekunden ein Dokument in redaktioneller Qualität. Weitere Formate (DOCX, EPUB, HTML, Markdown) stehen ebenfalls zur Verfügung.
Was Extypis automatisch erledigt:
- Anklickbares Inhaltsverzeichnis
- Korrekt paginierte Fußnoten
- Literaturverzeichnis formatiert nach gewähltem Stil (APA, MLA, Chicago usw.)
- Umschlag mit Bild (automatischer Zuschnitt im Verhältnis 2:3)
- Behandlung von Hurenkindern und Schusterjungen
- Vorspann und Anhänge in der richtigen Reihenfolge
Die Frage der Qualität
Der Unterschied zwischen einem einfachen PDF-Export und einem LaTeX-Export fällt auf dem Bildschirm nicht sofort auf. Aber drucken Sie beide aus, und Sie werden es sehen: Der Blocksatz ist gleichmäßiger, die Worttrennungen sind korrekt, die Fußnoten landen an der richtigen Stelle, und das Ganze wirkt wie ein echtes Buch.
Genau dieser Unterschied zählt, wenn ein Manuskript auf dem Schreibtisch eines Verlags landet. Unter den 300 Manuskripten im Stapel sieht Ihres wie ein Buch aus. Die anderen sehen aus wie Word-Dateien.
Es ist nicht der Inhalt, der sich ändert. Es ist der erste Eindruck.
Hubert Giorgi
Autor
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