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Mary Shelley mit hellem, gescheiteltem Haar, das in Locken fällt, nackten Schultern und einem dunklen Kleid mit weitem, von einem Band gesäumtem Ausschnitt: Porträt im Stil eines Stichs aus dem 19. Jahrhundert nach Richard Rothwells 1840 ausgestelltem Gemälde (Illustration).
Generierte Illustration im Stil eines Stichs aus dem 19. Jahrhundert.
Schriftstellerleben

Mary Shelley

Romanautorin, Biografin und Herausgeberin, die ihren ersten Roman mit 18 für einen Wettstreit um Gespenstergeschichten begann.

Geboren
30. August 1797
London
Gestorben
1. Februar 1851
London, mit 53
Erstes Buch
Geschichte einer sechswöchigen Reise
1817, mit 20
Erfolg
Frankenstein oder Der moderne Prometheus
1818, mit 20

Ein erstes Buch zu zweit, aus einem Reisetagebuch

Mary Wollstonecraft Godwin wurde am 30. August 1797 in London geboren. Ihre Eltern waren zwei berühmte Schriftsteller, der Philosoph William Godwin und Mary Wollstonecraft, die wenige Tage nach der Geburt der Tochter starb. Godwin und seine zweite Frau führten eine Kinderbuchhandlung mit Verlag, die Juvenile Library; das Victorian Web schreibt ihr ein komisches Gedicht aus diesem Haus zu, Mounseer Nongtongpaw.

Im Juli 1814 ging sie mit 16 Jahren mit dem verheirateten Dichter Percy Bysshe Shelley und ihrer Stiefschwester Claire Clairmont auf den Kontinent. Die Reise dauerte sechs Wochen, durch Frankreich, die Schweiz, Deutschland und Holland, und sie führte das Tagebuch. Drei Jahre später schrieb sie es ins Reine, fügte die Briefe aus Genf von 1816 hinzu, und am 6. November 1817 erschien das Buch bei Thomas Hookham und Charles und James Ollier: History of a Six Weeks' Tour, ein Werk, das die Shelleys gemeinsam vorbereitet hatten. Sie war 20. Ihr Roman lag da schon beim Drucker.

Zwei Verleger sagten nein, der dritte nahm den Roman für ein Drittel des Gewinns

Das Manuskript von Frankenstein, im Mai 1817 ins Reine geschrieben, ging zuerst an John Murray, Byrons Verleger. Am 26. Mai notierte Mary in ihrem Tagebuch, Murray gefalle das Buch. Er kaufte es trotzdem nicht, auf Rat seines Lektors William Gifford, und im Juni kam das Manuskript zurück. Am 3. August schickte Percy Shelley es an seinen eigenen Verleger Charles Ollier und gab es als Werk „eines Freundes“ aus, dessen Namen er verschwieg. Drei Tage später schrieb er: „Marys Buch ist mit einer Absage zurückgekommen.“

Das Haus Lackington, das Bücher über Okkultismus und Gespenster verlegte, nahm den Roman im August oder September 1817 an. Shelley verlangte die Hälfte des Gewinns und begnügte sich mit einem Drittel. Frankenstein erschien Anfang 1818 ohne Verfassernamen, in drei Bänden und einer Auflage von 500 Exemplaren. Sechzehn gingen an Rezensenten, sechs an die Autorin. Nach Abzug der Druckkosten blieben 125 Pfund Gewinn, davon ein Drittel, 41 Pfund, 13 Schilling und 10 Pence, für die Shelleys.

Ein Roman, 1818 unter fremdem Namen gelobt, dann 1823 ein Bühnenerfolg

Die Kritik war gespalten. Im März 1818 lobte Walter Scott im Blackwood's Edinburgh Magazine eine Erzählung von ungewöhnlicher Einbildungskraft in klarem, kraftvollem Englisch, schrieb sie aber Percy Shelley zu. Die Quarterly Review nannte sie dagegen ein Gewebe aus schauerlichem Unsinn. Am 14. Juni 1818 stellte Mary in einem Brief an Scott richtig, es sei ein Jugendversuch von ihr, den sie wegen ihres Alters nicht gezeichnet habe.

Die eigentliche Anerkennung kam vom Theater. Am 28. Juli 1823 wurde Richard Brinsley Peakes Presumption; or, The Fate of Frankenstein im Londoner Lyceum uraufgeführt und lief 37 Abende; im selben Jahr folgten weitere Bearbeitungen. Godwin ließ den Roman sofort in 500 Exemplaren neu drucken, diesmal unter dem Namen Mary Wollstonecraft Shelley und mit dem ganzen Gewinn für sie. Am 25. August 1823 aus Italien zurück, sah sie das Stück und schrieb an Leigh Hunt, sie sei auf einmal berühmt. Sie war 26.

« Was mich erschreckt hat, wird auch andere erschrecken; ich brauche nur das Gespenst zu beschreiben, das mein mitternächtliches Kissen heimgesucht hatte. »

Mary Shelley, Einleitung zu Frankenstein, Ausgabe von 1831

Wie sie schrieb

Im Juni 1816 hielt der Regen am Genfer See die Shelleys und ihre Feriennachbarn im Haus fest: Byron in der Villa Diodati und seinen Arzt John Polidori. Byron schlug vor, jeder solle eine Gespenstergeschichte schreiben. Mehrere Tage lang fiel Mary nichts ein. Nach ihrer Einleitung von 1831 sah sie eines Nachts, nach einem Gespräch über das Prinzip des Lebens, in einem Wachtraum einen Studenten neben dem Wesen knien, das er zusammengesetzt hatte. Am nächsten Tag, um den 17. Juni, begann sie mit den Worten „Es war in einer trüben Novembernacht“. Im Entwurf stehen diese Worte nicht am Anfang des Romans, sondern weiter hinten, im Kapitel, in dem das Wesen erwacht. Aus der kurzen Geschichte jenes Sommers wuchs ein Roman.

Der Entwurf füllte zwei große Notizbücher, von August oder September 1816 bis zum 17. April 1817; die Reinschrift für den Drucker dauerte danach keinen Monat. Sie schrieb ihr eigenes Leben hinein: ein Gewitter aus einem Brief aus Genf, den Ausflug nach Chamonix aus ihrem Tagebuch, Percys Tagebuch der Bootsfahrt auf dem See. Percy las, korrigierte und ergänzte, nach der Edition der Notizbücher mehr als 4000 Wörter, und er schrieb das Vorwort. Die Idee und der erste Entwurf stammten von ihr.

Nachdem Percy 1822 ertrunken war, lebte sie in England vom Schreiben: Journalismus, Reiseberichte, Biografien und fünf weitere Romane, von Valperga (1823) bis Falkner (1837). 1839 gab sie die erste Ausgabe von Shelleys Gedichten in vier Bänden heraus und entzifferte dafür Notizbücher voller halb unleserlicher Fragmente.

Ihr Leben in Kürze

Am 30. Dezember 1816, nach dem Selbstmord seiner ersten Frau, heiratete Mary Percy Shelley. Von den vier Kindern, die sie zwischen 1815 und 1819 bekam, überlebte nur Percy Florence, geboren am 12. November 1819 in Florenz: eine zu früh geborene Tochter starb 1815 kurz nach der Geburt, Clara 1818 in Venedig, William 1819 in Rom. 1822 stach Percy mit Edward Williams in seinem Segelboot, der Don Juan, in See; beide wurden ertrunken aufgefunden.

1823 kehrte sie nach England zurück und zog ihren Sohn mit einer kargen Rente ihres Schwiegervaters Sir Timothy Shelley groß, der drohte, sie zu streichen, falls sie weitere Schriften seines Sohnes oder einen Bericht über sein Leben veröffentlichte. 1831 überarbeitete sie Frankenstein für die Reihe Standard Novels von Colburn und Bentley und fügte die Einleitung hinzu, in der sie vom Sommer 1816 erzählt. Sie starb am 1. Februar 1851 in London am Chester Square, mit 53 Jahren.

Was Schreibende heute daraus mitnehmen können

  • Beginnen Sie mit der Szene, die Sie nicht loslässt, auch wenn sie nicht der Anfang ist. Ihr erster Satz gehörte zum Erwachen des Wesens, und der Rest des Romans entstand um ihn herum.
  • Aus einer Erzählung kann ein Roman werden. Ihre, im Juni 1816 für ein Spiel unter Freunden geschrieben, füllte zehn Monate später drei Bände.
  • Heben Sie Ihre Briefe und Notizbücher auf: Das Gewitter, Chamonix und der See in Frankenstein stammen direkt aus ihrem Reisetagebuch.
  • Zwei Absagen sagen nichts über das Buch. Murray mochte es und lehnte ab, Ollier schickte es nach wenigen Tagen zurück, und der dritte Verleger brachte es heraus.
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Quellen

  1. Bodleian Libraries (Shelley's Ghost, archived), Frankenstein: the origins, composition and publication of Mary Shelley's celebrated novel (gelesen am 2. November 2026)
  2. Bodleian Libraries (Shelley's Ghost, archived), Mary Shelley in England, 1822-51 (gelesen am 2. November 2026)
  3. Bodleian Libraries (Shelley's Ghost, archived), Mary Shelley, Editor (gelesen am 2. November 2026)
  4. Shelley-Godwin Archive, Charles E. Robinson: Introduction to The Frankenstein Notebooks (Garland, 1996) (gelesen am 2. November 2026)
  5. Shelley-Godwin Archive, Frankenstein Chronology (gelesen am 2. November 2026)
  6. Bodleian Libraries (Shelley's Ghost, archived), William Godwin & Mary Shelley (gelesen am 2. November 2026)
  7. Rare Books & Special Collections, University of Notre Dame, Recent Acquisition: First Edition Frankenstein (1818) (gelesen am 2. November 2026)
  8. The Victorian Web, Mary Wollstonecraft Shelley: A Biography (Charlotte Pabst-Kastner) (gelesen am 2. November 2026)