
Agatha Christie
Romanautorin und Dramatikerin, die in einer Krankenhausapotheke die Gifte kennenlernte und jedes Rätsel von seiner Lösung her baute.
- Geboren
- 15. September 1890
- Torquay (Devon, England)
- Gestorben
- 12. Januar 1976
- Wallingford (Oxfordshire), mit 85
- Erstes Buch
- Das fehlende Glied in der Kette
- 1920, mit 30
- Erfolg
- Das fehlende Glied in der Kette
- Erstes Buch
Ein erster Roman aus der Apotheke, veröffentlicht mit 30
Agatha Christie schrieb seit ihrer Kindheit. Als sie mit Grippe im Bett lag, begann sie auf Anraten ihrer Mutter, die Geschichten aufzuschreiben, die sie gern erzählte; mit elf erschien ein Gedicht von ihr in einer Lokalzeitung, und gegen Ende ihrer Jugend waren mehrere ihrer Gedichte in The Poetry Review veröffentlicht. Sie hatte auch eine Reihe von Erzählungen geschrieben.
Im Ersten Weltkrieg pflegte sie als freiwillige Helferin im Rotkreuzlazarett, das im Rathaus von Torquay eingerichtet war, und wechselte ab 1915 in die Krankenhausapotheke. Dort lernte sie die Gifte kennen, und 1917 bestand sie die Prüfung der Worshipful Society of Apothecaries. Dort, in ruhigen Stunden, begann sie 1916, im Jahr ihres 26. Geburtstags, einen Kriminalroman: Ihre Schwester Madge hatte sie herausgefordert, ein Rätsel zu schreiben, dessen Täter der Leser nicht errät. Gemordet wird mit Gift, und den Detektiv Hercule Poirot regten die belgischen Flüchtlinge an, die damals in Torquay lebten. Als sie sich nicht mehr konzentrieren konnte, riet ihr die Mutter zu zwei Wochen Urlaub; sie verbrachte sie im Moorland Hotel in Haytor im Dartmoor und schrieb dort das Buch zu Ende. Das fehlende Glied in der Kette (im Original The Mysterious Affair at Styles) erschien im Oktober 1920 in den USA und im Januar 1921 in Großbritannien. Sie war 30.
Mehrere Absagen, Jahre des Wartens, ein Schluss zum Umschreiben
Hodder & Stoughton schickte das Manuskript zurück. Weitere Verlage lehnten ab (sechs insgesamt, so die Erben der Autorin), und schließlich schickte sie es an John Lane vom Verlag The Bodley Head. Dann geschah nichts. Als Lane sie endlich zu sich bat, war der Krieg vorbei, ihr Mann Archie heimgekehrt, und sie hatte das Buch fast vergessen. Lane wollte es drucken, wenn sie es änderte: Das letzte Kapitel spielte vor Gericht, und sie willigte ein, es neu zu schreiben. Ein Lektor bestand außerdem auf der Schreibung „coco“ statt „cocoa“, und die Anfängerin gab nach. Den Vertrag unterschrieb sie begeistert, ohne genau auf die Bedingungen zu achten.
Das Buch brachte ihr insgesamt 25 Pfund ein. Zwischen der Fertigstellung und dem Erscheinen lagen rund vier Jahre.
Mit dem ersten Buch beachtet, mit Roger Ackroyd etabliert
Das fehlende Glied in der Kette bekam gute Kritiken. Ein Rezensent bemerkte, auch wenn dies vielleicht das erste veröffentlichte Buch der Autorin sei, zeige sie schon die Schläue eines alten Hasen. Der Roman machte Agatha Christie und Hercule Poirot zugleich bekannt, und das Pharmaceutical Journal besprach später eines ihrer Bücher, ein Zeichen, dass ihre Gifte stimmten. 1935 gehörte er zu den ersten zehn Taschenbüchern von Penguin.
Die eigentliche Wende kam sechs Jahre nach Styles. Alibi (The Murder of Roger Ackroyd) verkaufte sich 1926 stark und prägte, so ihre Erben, ihre Laufbahn. Es war auch ihr erster Roman, der in Frankreich erschien, 1927 bei den Éditions du Masque.
Wie sie schrieb
Christie begann mit dem Plot und baute die Figuren um die Lösung herum. Für Styles „fand“ sie ihren Mörder in einer Straßenbahn in Torquay, und im Moorland Hotel spielte sie ihre Kapitel auf langen Spaziergängen laut vor sich hin. Ihr Leben lang führte sie Notizbücher mit Ideen, Plots und Figuren und mit dem, was die Zeitungen über Gifte, Drogen und Betrügereien berichteten; meist hatte sie etwa sechs zugleich in Gebrauch, insgesamt über hundert, von denen 73 erhalten sind. Die eigentliche Arbeit geschah im Kopf und in diesen Heften, bevor sie schrieb, und viele Plots wurden nie veröffentlicht. Ideen kamen ihr überall, auf der Straße oder vor dem Schaufenster eines Hutgeschäfts.
Sie habe sich nie zum Schreiben eingeschlossen, erzählte ihr Schwiegersohn. Sie arbeitete, wo sie gerade war: Auf den Ausgrabungen ihres zweiten Mannes schrieb sie vormittags und half nachmittags bei den Funden, in Nimrud hatte sie ein eigenes Zimmer. Ihre Bücher diktierte sie in ein Diktiergerät, eine Sekretärin tippte sie ab, und sie korrigierte das Typoskript von Hand. In den 1950er-Jahren brauchte ein Roman etwa zwei Monate zum Schreiben und einen zum Überarbeiten, und aus steuerlichen Gründen nahm sie sich ungefähr einen Roman pro Jahr vor. Abends las sie fertige Kapitel Familie und Gästen vor, die den Täter erraten sollten. Die Apotheke ließ sie nie los: Einmal entdeckte sie einen gefährlichen Dosierungsfehler eines Apothekers, und dieser Mann, der Curare in der Tasche trug, lieferte ihr eine Figur in Das fahle Pferd.
Ihr Leben in Kürze
Agatha Mary Clarissa Miller wurde am 15. September 1890 in Torquay in Devon geboren und wuchs in Ashfield auf, einer viktorianischen Villa. Ihr Vater unterrichtete sie zu Hause, lesen brachte sie sich mit etwa fünf selbst bei. Er starb 1901, als sie elf war. Nach kurzer Schulzeit in Torquay nahm die Mutter sie mit nach Paris, wo sie mehrere Pensionate besuchte und Klavier- und Gesangsstunden nahm; 1910 wurde sie in Kairo in die Gesellschaft eingeführt. Am 24. Dezember 1914 heiratete sie Archie Christie, von dem sie sich 1928 scheiden ließ. Am 11. September 1930 heiratete sie in Edinburgh den Archäologen Max Mallowan.
1934 kaufte das Paar Winterbrook House in Wallingford an der Themse, wo viele ihrer Bücher und Stücke entstanden oder fertig wurden. 1938 kaufte sie Greenway am Dart, ein Ferienhaus, in dem sie nicht schrieb, das ihr aber drei Romane eingab. Im Zweiten Weltkrieg arbeitete sie wieder in einer Apotheke, im University College Hospital in London. Als Mary Westmacott veröffentlichte sie ab 1928 sechs Romane außerhalb des Krimis, und das Geheimnis hielt fast zwanzig Jahre. Die Mausefalle wurde im Oktober 1952 in Nottingham uraufgeführt und zog dann ins West End; 1954 war sie die einzige Dramatikerin mit drei Stücken zugleich auf dem Spielplan dort. Mord nach Maß schrieb sie mit 76, und sie schrieb bis etwa ein Jahr vor ihrem Tod. Sie starb am 12. Januar 1976 in Winterbrook House mit 85 Jahren, und an diesem Tag dimmten die Theater im West End eine Stunde lang ihr Licht. Sie hinterließ 66 Kriminalromane und 14 Erzählbände.
Was Schreibende heute daraus mitnehmen können
- Schreiben Sie mit dem, was Ihr Beruf Sie lehrt: Die Apotheke in Torquay gab Christie ihre Gifte, ihren ersten Mord und eine Figur in Das fahle Pferd.
- Beginnen Sie bei der Lösung. Christie legte Täter und Hinweise in ihren Notizbüchern fest, bevor sie die erste Zeile schrieb.
- Halten Sie immer ein Ideenheft offen: Sie hatte etwa sechs zugleich in Gebrauch, gefüllt mit Zeitungsmeldungen, aufgeschnappten Namen und Schaufenstern.
- Lesen Sie Ihren Text jemandem laut vor. Christie spielte ihre Kapitel beim Gehen durch und las sie nach dem Abendessen Menschen vor, die den Täter erraten sollten.
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Quellen
- Agatha Christie Limited, About Christie (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, How Christie Wrote (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, Book of the Month: The Mysterious Affair at Styles (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, The Mysterious Affair at Styles (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, 100 Facts about Agatha Christie (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, Christie's Devon (gelesen am 2. November 2026)
- Agatha Christie Limited, Christie's Wallingford (gelesen am 2. November 2026)
- English Riviera (Torbay tourism), Agatha Christie Literary Trail (gelesen am 2. November 2026)