Zum Hauptinhalt springen
Jules Verne mit etwa fünfzig, weißem Bart und zurückgekämmtem Haar, in dunkler Jacke mit Krawatte: Porträt im Stil eines Stichs aus dem 19. Jahrhundert (Illustration).
Generierte Illustration im Stil eines Stichs aus dem 19. Jahrhundert.
Schriftstellerleben

Jules Verne

Der Autor der Außergewöhnlichen Reisen schrieb morgens von fünf bis elf Uhr und korrigierte jeden Roman über sieben oder acht Fahnenabzüge.

Geboren
8. Februar 1828
Nantes (Frankreich)
Gestorben
24. März 1905
Amiens, mit 77
Erstes Buch
Fünf Wochen im Ballon
1863, mit 34
Erfolg
Fünf Wochen im Ballon
Erstes Buch
Das Alter beim Erfolg mit 147 anderen Schriftstellern vergleichen

Ein erster Roman mit 34, nach dem Theater

Jules Verne wurde am 8. Februar 1828 in Nantes geboren, als Sohn eines Anwalts. Als Jugendlicher füllte er zwei Hefte mit Gedichten, die er sein Leben lang behielt, und später erzählte er, er habe immer einen Bleistift bei sich gehabt. Als er zum Abschluss des Jurastudiums nach Paris ging, wusste er schon, dass er die Kanzlei des Vaters nicht übernehmen würde.

Zuerst nahm ihn das Theater auf. Dank Alexandre Dumas wurde seine Verskomödie Les Pailles rompues am 12. Juni 1850 in Paris gespielt, da war er 22, und der Text erschien im selben Jahr im Druck. Ab 1851 folgten Erzählungen in der Zeitschrift Musée des familles und Liedtexte für seinen Freund, den Komponisten Aristide Hignard. Der erste Roman kam erst zwölf Jahre später. Am 23. Oktober 1862 unterschrieb er beim Verleger Pierre-Jules Hetzel, zu dem ihn der Romancier Alfred de Bréhat gebracht hatte, für ein Manuskript, das noch Voyage en l'air hieß. Es erschien im Januar 1863 als Fünf Wochen im Ballon. Verne war 34.

Jahre der Brotarbeit und ein abgelehnter Roman

Vor Hetzel lebte Verne von einem kleinen Wechsel des Vaters und von Brotarbeiten. In seinen Briefen nach Hause ist von zerschlissenen Hemden die Rede, in denen er die Pariser Salons besuchte. 1852 wurde er Sekretär des Théâtre-Lyrique, 1856 trat er bei einem Börsenmakler namens Eggly ein. Nach eigener Aussage versuchte er sich an ein paar Börsenspekulationen, ohne reich zu werden.

Der Erfolg beendete die Absagen nicht. Gleich nach Fünf Wochen im Ballon schrieb er Paris im 20. Jahrhundert. Hetzel las es und lehnte ab, mit scharfen Anmerkungen am Rand. Verne überarbeitete dieses Manuskript nie und ging zur Reise zum Mittelpunkt der Erde über. Sein Urenkel Jean Verne fand den Text in einem Familienhaus in Toulon, veröffentlicht wurde er mehr als ein Jahrhundert später. Noch 1893, auf der Höhe seines Ruhms, sagte Verne dem Journalisten Robert Sherard, sein größtes Bedauern sei, dass er in seinen Augen in der französischen Literatur nicht zähle.

Fünf Wochen im Ballon, dann ein Buch nach dem anderen

Fünf Wochen im Ballon war sofort ein Erfolg. Die Erstauflage betrug 2.000 Exemplare; zu Vernes Lebzeiten wurden 76.000 verkauft, eine Zahl, die nur Reise um die Erde in 80 Tagen mit 108.000 übertraf.

Hetzel plante, was folgte. 1864 unterschrieb Verne einen Vertrag, der ihn zu zwei Bänden im Jahr verpflichtete, ab 1865 zu dreien. Er wurde außerdem Mitherausgeber des Magasin d'éducation et de récréation, der Zeitschrift, in der viele seiner Romane zuerst erschienen. Im Juli 1866 startete die Reihe der Außergewöhnlichen Reisen als gemeinsamer Titel für die erschienenen und kommenden Romane: Sie umfasste am Ende 62 Romane und 18 Erzählungen. Verne, der sich zuerst als Dramatiker sah, brachte Reise um die Erde, Michael Strogoff und Die Kinder des Kapitän Grant auch auf die Bühne, wo sie monatelang das Châtelet und die Porte-Saint-Martin füllten.

Wie er schrieb

Im Juni 1893 beschrieb Verne Robert Sherard seinen Tag: vor fünf Uhr auf, im Winter etwas später, um fünf am Schreibtisch und Arbeit bis elf. Er schrieb langsam, bis jeder Satz die Form hatte, die er wollte, und sagte, er habe immer mindestens zehn Romane im Voraus im Kopf. Sein Arbeitszimmer in Amiens war eine kleine Kammer mit Feldbett und einem Tisch am Fenster, nebenan die Bibliothek. Nachmittags las er Zeitungen und Zeitschriften in einem Klub der Stadt.

Die eigentliche Arbeit kam danach, auf den Fahnen. Er verlangte mindestens sieben oder acht Abzüge und korrigierte jeden, sodass der letzte vom ersten Manuskript kaum etwas übrig ließ. Seine erhaltenen Manuskripte belegen das: Die französische Nationalbibliothek verzeichnet darin zahllose Korrekturen, Umschriften und Überarbeitungen. Hetzels Tempo lastete auf ihm. Frisch in die Picardie gezogen, unterschrieb er einen Brief an seinen Verleger mit „Votre bête de Somme“, einem Wortspiel mit „Lasttier“.

Sein Leben in Kürze

Am 10. Januar 1857 heiratete Verne Honorine, eine junge Witwe aus Amiens, die er im Jahr davor kennengelernt hatte und die zwei Töchter mitbrachte. Ihr Sohn Michel kam am 3. August 1861 zur Welt. Sobald es seine Einkünfte erlaubten, kaufte Verne ein Boot, die Saint-Michel, später zwei weitere; zwischen 1878 und 1885 kreuzte er mit der Saint-Michel III im Mittelmeer.

Nach zwanzig Jahren in Nantes und mehr als zwanzig in Paris zog er 1871 nach Amiens. 1888 wurde er in den Stadtrat gewählt und kümmerte sich um das Theater. Hetzel starb 1886, sein Sohn verlegte die Außergewöhnlichen Reisen weiter; die Verträge zwischen den Vernes und dem Haus Hetzel von 1862 bis 1906 liegen heute in der Bibliothek von Amiens. 1902 erkrankte Verne am grauen Star und schrieb trotzdem weiter. Er starb am 24. März 1905 mit 77 Jahren in Amiens und hinterließ mehrere unveröffentlichte Romane.

Was Schreibende heute daraus mitnehmen können

  • Ein erster Roman darf spät kommen: Verne veröffentlichte Fünf Wochen im Ballon mit 34, nach zwölf Jahren Theater, Erzählungen und Brotarbeit.
  • Ein schriftlich festgelegtes Tempo hilft beim Schreiben: Sein Vertrag verlangte zwei, dann drei Bände im Jahr, und die Reihe wuchs auf 62 Romane.
  • Der Text entsteht beim Überarbeiten: Verne korrigierte sieben oder acht Fahnenabzüge, bis vom ersten Entwurf kaum etwas blieb.
  • Ein abgelehntes Manuskript beendet keine Laufbahn: Hetzel wies Paris im 20. Jahrhundert zurück, Verne ging zur Reise zum Mittelpunkt der Erde über.
Schreiben mit Extypis

Das Schreibstudio, das Romanautoren gefehlt hat

Aufriss, Figuren, Orte und Objekte, die Verknüpfungen zwischen ihnen, Mindmap, Szenentafel, Export: alles an einem Ort. Dazu eine KI, die Ihre Geschichte kennt, wann immer Sie es möchten.

Extypis entdecken

Kostenlos zum Schreiben und Exportieren. Keine Kreditkarte erforderlich.

Quellen

  1. Musée Jules Verne de Nantes, Repères biographiques (gelesen am 2. November 2026)
  2. Cité des sciences et de l'industrie, « Jules Verne en 80 jours » : textes du site de l'événement (chronologie et entretiens) (gelesen am 2. November 2026)
  3. Cité des sciences et de l'industrie, Jules Verne : l'intégrale des œuvres romanesques (gelesen am 2. November 2026)
  4. Bibliothèque nationale de France (CCFr), Contrats entre Jules, Michel et Honorine Verne et la maison Hetzel, 1862-1906 (gelesen am 2. November 2026)
  5. Bibliothèque nationale de France, Jules Verne : ressources en ligne (gelesen am 2. November 2026)
  6. Jules Verne Collection (ibiblio), R. H. Sherard, « Jules Verne chez lui » (McClure's Magazine, janvier 1894), traduit par William Butcher (gelesen am 2. November 2026)